Wie wende ich eine Menstruationstasse an?

Die Anwendung einer Menstruationstasse kann am Anfang erst mal ziemlich gewöhnungsbedürftig sein, aber davon solltet ihr euch nicht abschrecken lassen! Es gibt Frauen, die sofort bei den ersten paar Anwendungen den Dreh raus haben und es gibt Frauen (was wohl die meisten sind, nehme ich an), die ein paar Zyklen brauchen, bis sie es raus haben. Das ist alles nicht weiter wild, zum einen ist jede Frau komplett anders gebaut und muss sich individuell mit sich auseinandersetzen und zum anderen sind wir mit unserer ersten Periode nicht gleich zu Tampon- und Bindenexpertinnen geworden sondern mussten erst mal über viele blutige Unterhosen gehen, ehe wir ein Gefühl für den ganzen Kram entwickelt haben.

Also macht euch nicht verrückt und gebt nicht zu schnell auf! Ihr werdet’s mir danken!

 


 Eine kleine Anleitung


1. Die Tasse einführen

Entspannen

Das Wichtigste am Anfang ist es, einmal tief durchzuatmen, sich zu entspannen und sich nicht so viele Sorgen zu machen. Ein entspannter Unterleib ist das beste, womit ihr starten könnt. Andere Frauen haben es auch hinbekommen, also wird das für euch auch kein Problem sein.

woman, breathe, relax

Entspannt sein hilft immer.

Hygiene

Und das andere Wichtigste am Anfang ist, sich unbedingt die Hände ordentlich mit Seife zu waschen. Wenn ich unterwegs bin, habe ich auch immer ein kleines Fläschchen Desinfektionsgel für den Notfall mit dabei.

Hände waschen, Waschbecken, Seife, Hygiene

Hände waschen ist ein Muss!

Falten

Die Tasse wird eigentlich nur gefaltet und genau wie ein Tampon in die Vagina eingeführt und nach ein bisschen Übung ist es tatsächlich genauso einfach, wie es klingt. Es gibt verschiedene Falt-Techniken, die gut funktionieren, mit der Zeit entwickelt jede Frau ihre eigene favorisierte Technik, mit der es für sie am besten klappt.

Falttechniken Menstruationstasse

Drei von vielen verschiedenen Falttechniken zum erleichterten Einführen der Menstruationstasse.

Da es am einfachsten ist, das ganze in einem Video veranschaulicht zu bekommen, habe ich euch mal eins rausgesucht. Es gibt noch mehr Möglichkeiten, wie ihr sie falten könnt, aber das hier sind mit die gängisten. Findet einfach eure eigene Variante.

 

Einführen

Um die Tasse einzuführen, könnt ihr euch entweder hinsetzen, hinhocken oder hinstellen, z.B. mit einem Bein auf dem Badewannenrand. Auch hier probiert einfach aus, was für euch am angenehmsten ist und ihr am wenigsten verkrampft.

Wenn ihr die Tasse dann eingeführt habt, ploppt sie meisten von alleine auf und erzeugt einen kleinen Unterdruck, der dafür sorgt, dass sie dicht ist und an ihrem Platz bleibt.

Um das Einführen zu Erleichtern, kann es hilfreich sein, die Tasse vorher anzufeuchten oder ein Gleitmittel zu verwenden.

Damit die Tasse leichter aufploppt, hilft es, sie vorher mit kalten Wasser auszuspülen.

Wenn Sie nicht von alleine aufploppt, dann fahrt mit dem Finger an ihren Seiten entlang, bis sie eine runde Form angenommen hat. Fühlt auch mit eurem Finger, ob die Tasse über dem Muttermund sitzt. Der Muttermund ist ein kleiner fester Knuppel am Ende eurer Vagina, der sich deutlich anders anfühlt als der Rest. Fühlt ruhig schon mal vor deiner Periode nach ihm, damit ihr ihn erkennen könnt und auch schon mal ein Gefühl dafür bekommt, wo er sitzt. Das ist nämlich wichtig. Oft macht die Vagina am oberen Ende einen kleinen Knick und der Muttermund führt von oben hinein. Ich dachte früher, am Ende des „Schlauches“ ist auf die „Öffnung“, aber das haut bei den meisten Frauen gar nicht so genau hin. Aus diesem Grund kann es vorkommen, dass man die Tasse aus versehen am Muttermund vorbeischiebt, der Muttermund also neben der Tasse liegt, und das Blut an ihr vorbeifließt. Es kann gut sein, dass ihr in den ersten Monaten etwas rumprobieren müsst, ehe ihr ein Gefühl und eine Routine für den ganzen Spaß gefunden habt. Keine Sorge, auch wenn die Tasse schon drin ist, ist immer noch genug Platz für dein Finger, seid nicht zu zurückhaltend, den Fehler habe ich am Anfang auch gemacht und bin inzwischen viel beherzter, wenn es darum geht, die Tasse richtig zu platzieren. Das funktioniert einfach am besten und man spart sich einige Toilettengänge, weil sie dann doch nicht richtig saß.

Muttermund, Vagina, Menstruationstasse Schema

Dies ist eine schematische Darstellung, wie die Menstruationstasse und der Muttermund ungefähr in der Vagina sitzten könnten. Das ist bei jeder Frau ganz unterschiedlich!

Dieses Video hat mir persönlich sehr gut geholfen, mir alles viel besser vorstellen zu können:

Ihr könnt dir Tasse bis zu 12 Stunden drin lassen. Im Vergleich zum Tampon gibt es bei der Tasse keine Gefahr für das Toxic Shock Syndrom.

Wenn ihr stärkere Tage habt, kann es natürlich sein, dass ihr sie öfters wechseln müsst. Dass die Tasse voll ist, spürt ihr. Man hat dann dieses dumpfe, nicht direkt beschreibbare Gefühl undicht zu sein. Als würde es ein bisschen blubbern da unten. Das kommt von den Luftbläschen, die entweichen, wenn die Tasse voll ist und sich der Unterdruck langsam löst. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber keine Sorge, die Tasse kommt deswegen nicht wie ein Torpedo aus deinem Unterleib geschossen und veranstaltet ein Blutbad um dich herum. Du wirst dann lediglich etwas undicht. Dieses „Es läuft da was hinunter“-Gefühl kennt ihr auch  wenn ihr Binden benutzt oder wenn euer Tampon zu voll gesogen ist. Lange Rede, kurzer Sinn, spätestens, wenn ihr in irgendeiner Art und Weise das Gefühlt habt, das könnte etwas nass da unten werden, geht aufs Klo und wechselt sie. Mit den Monaten bekommt ihr dann auch recht schnell ein Gefühl dafür, an welchem Tag eurer Regel, ihr wie stark blutet und dementsprechend wechseln müsst.

 

2. Die Tasse herausnehmen

Um die Tasse wieder zu entfernen, geht wieder in eine angenehme Position (Hocken, Sitzen, Stehen) und versucht mit zwei Fingern (am besten Zeige und Mittelfinger) den Bereich der Tasse oberhalb des Stils zu ertasten. Drückt die Tasse an der Stelle leicht zusammen, so dass der Unterdruck sich löst und zieht langsam und vorsichtig die Tasse an dem Stil aus eurer Vagina heraus. Für manche funktioniert es auch besser, wenn man gleich am Stil zieht, aber ganz vorsichtig erst mal und dabei versucht die Tasse in Etappen nach links und rechts zu drücken, so dass sich stückchenweise immer mehr der Unterdruck löst und sie irgendwann komplett draußen ist. Das Blut könnt ihr einfach in die Toilette gießen. Passt dabei gut auf, dass sie euch nicht aus der Hand fällt! Das ist mir auch schon zweimal passiert. 😀

 

3. Die Tasse reinigen

Wenn ihr ein Waschbecken im Bad habt, bietet es sich an, die Tasse dort auszuwaschen, am besten zuerst mit kaltem Wasser und dann mit warmen. Danach könnt ihr sie einfach wieder einsetzen.

Menstruationstasse im Waschbecken mit Blut

Du kannst deine Menstruationstasse ganz einfach im Waschebecken reinigen. Blut ist nichts Schlimmes!

Habt ihr kein Waschbecken in der Nähe, könnt ihr auch mit einer mitgebrachten Wasserflasche eure Tasse ausspülen oder sie einfach mit etwas Toilettenpapier auswischen. Klingt eklig, ist es aber nicht. Das, was da an eurer Tasse klebt ist euer Blut, etwas das aus euch herausgekommen ist, also nichts ekliges und somit auch nicht weiter wild, wenn ein klitzekleines Bisschen davon wieder mit der Tasse reinkommt.

Falls weder Waschbecken noch irgendeine Art von Wasser oder Papier oder was auch immer zur Hand sein sollte (z.B. in freier Natur, beim Campen oder wo auch immer) kann man auch einfach auf die Tasse draufpinkeln, um sie zu desinfizieren. Ja Urin desinfiziert und ist nichts ekliges. Ich weiß, die Vorstellnung ist äußert seltsam, aber glaubt mir, falls ihr mal entführt werdet und keinen Zugang zu sauberen Wasser habt, werdet ihr mir dankbar für diesen Tip sein.

 

Übrigens

Ihr könnt den Stil auch kürzen, bzw. ganz abschneiden, wenn er euch zu lang ist und unangenehm am Scheidenausgang reibt. Die Hersteller haben die Stile meistens etwas länger gemacht, als die meisten Frauen benötigen, damit jede Frau ihn individuell anpassen können.

 


Hinweis: Ich bin weder Ärztin noch ausgebildete Expertin auf dem Gebiet, also fragt im Zweifelsfall noch mal eure Frauenärztin. Alle hier veröffentlichte Infos sind unter Vorbehalt. Ich tue meine Bestes, meine Recherchen so umfangreich und professionell wie möglich zu gestalten, damit ich euch hochwertiges Wissen anbieten kann.

Ich freue mich über eure Erfahrungsberichte. Schreibt mir in die Kommentare, ob ihr es auch so macht, wie ich es hier beschrieben habe oder ob ihr noch Ergänzungen oder Kritiken habt zur Anwendung der Menstruationstasse. Ich bin stets bemüht, mein Wissen und die Vollständigkeit meines Blogs zu erweitern und für jede Mithilfe dankbar!


Für mehr Tipps und Tricks, Beratungen und Erfahrungsaustausch schaut mal in diese tolle Facebookgruppe rein. Eine schnell wachsende Community aus Tassenträgerinnen und solchen, die es werden wollen: FACEBOOKGRUPPE MENSTRUATIONSTASSE


Lasst uns die Welt zu einem bessern Ort machen und offen über alles reden!

XOXO

Eure Menstruationsbeauftragte

<3

Menstruationstasse Illustration

Was sind eigentlich diese Menstruationstassen und was können die überhaupt?

Hoch die Tassen Mädels! Lasst uns auf unsere Menstruation anstoßen! Etwas Neues ist dabei den Blutkosmos zu erobern!

Ihr habt bestimmt schon mal diese komischen Silikonbecher irgendwo gesehen oder jemand hat schon mal darüber erzählt, aber so wirklich klar ist euch nicht, was diese Menstruationstassen sind und wie man sie verwenden soll. Und überhaupt, Tampons und Binden haben’s bis jetzt auch getan.

Weil es einfach so viel über die kleinen Dinger zu erzählen gibt, werde ich eine Menstruationstassen-Serie auf meinem Blog starten und euch wöchentlich über alles aufklären, was es zu diesem Thema zu sagen und zu wissen gibt!

Zur Einstimmung gibt’s erst mal diese nette Video hier, dann reden wir weiter.

 

Was ist eine Menstruationstasse?

Eine Menstruationstasse ist ein kleiner biegsamer kelchförmiger  Becher, meist aus medizinischem Silikon gefertigt, der in die Vagina eingeführt wird, das Blut während der Periode dort auffängt, bis zu 12 Stunden drin bleiben kann, entleert und gereinigt wird und danach wieder eingesetzt werden kann. Das bis zu 10 Jahre lang.

Im Gegensatz zu Tampons saugen Menstruationstassen, das Blut und das wichtige Scheidensekret nicht auf und zerstören somit nicht jeden Monat auf’s Neue die Scheidenflora, stattdessen wird alles in dem kleinen Kelch gesammelt.

Das erste Patent für eine Menstruationstasse wurde schon 1937 von der Amerikanerin Leona Chalmers eingereicht, leider floppte diese Idee damals gewaltig. 1959 gab es noch mal einen Anlauf von „Tassete“, aber auch das ging nach hinten los. Seit ein paar Jahren und vor allem durch das Internet erlangt langsam die Menstruationstasse endlich den Ruhm, der ihr gebührt, obwohl ich festgestellt habe, dass immer noch sehr viele Frauen, mit denen ich mich unterhalten habe, noch nie was von ihr gehört haben.

Es gibt auch andere Bezeichnungen für die Menstruationstasse, z.B. Menstasse, Menstruationsglocke, Menstruationskappe, Menstruationsbecher, Menstruationscup, aber letztendlich ist immer das Gleiche gemeint. Manche verwenden auch die Markennamen der Hersteller, wie z.B. DivaCup, Mooncup, Lunette usw.  Am Ende ist das aber völlig egal, weil alle quasi gleich funktionieren.

Am Anfang, wenn man noch nicht viel über die Tassen weiß, ist es schwer vorstellbar, wie das alles funktionieren soll, vor allem bei dieser Größe, aber keine Sorge, es gibt zum einen unterschiedliche Größen, zum anderen überlegt mal, was für Dinge in welchen Größenordnung noch so da unten ein- und ausgehen können. 😉

Menstruationstassen, Illustration, Muster

Welche Vorteile haben Menstruationstassen?

 

1. Umwelt

Jede Frau verbraucht in ihrem Leben durchschnittlich 12.000 Menstruationsprodukte. Allein das ist schon viel, hinzu kommt aber noch, dass diverse Binden und Tampons noch extra verpackt sind, oft in Plastik, womit sich die Müllmenge gleich mal verdoppelt. Eine Menstruationstasse kann bis zu 10 Jahren halten. Also wenn man jetzt grob überschlägt, dass man z.B. mit 15 seine erste Regel bekommt und mit 55 in die Menopause kommt, bräuchte man für 50 Jahre Menstruieren 5 Tassen. 5 gegen 12.000 macht einen deutlichen Unterschied, oder?

2. Chemiefrei

Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, warum Binden und Tampons so strahlend weiß sind? Warum Slipeinlagen so gut riechen? Weil überall mit Chemie gearbeitet wird. Monat für Monat steckst du dir chemiverseuchtes Material in dein Allerheiligstes. Die Hersteller haben keine Pflicht zur Kennzeichnung von diversen Stoffen auf ihren Produkten. Sie können also tun und lassen was sie möchten und wir beschäftigen uns nicht damit. Menstruationstassen sind an der Stelle absolut clean. Die meisten sind aus medizinischem Silikon. Es gibt aber auch Varianten aus Latex und dem Kunststoff TPE. Sie enthalten weder Duftstoffe noch Bleichmittel. Außerdem bleiben nach dem Tragen keine Textilfussel in der Vagina zurück, wie es bei konventionellen Tampons leider oft der Fall ist.

3. Preis

Es wird grob gerechnet, dass eine Frau ca. 2000€ in ihrem Leben allein nur für Binden und Tampons ausgeben muss. Eine Tasse kostet in der Anschaffung zwischen 15€-30€. Auf 5 Tassen im Leben hochgerechnet also 75€-150€. Ich denke, mehr muss ich dazu nicht sagen.

4. Freiheit

Du kannst mit einer Menstruationstasse tun und lassen, was du willst. Du kannst Sport jeglicher Art machen, du kannst Schwimmen gehen, du kannst sonstwas tun und sie bleibt an ihrem Platz.

5. Praktisch

Außerdem kannst du sie immer in deiner Handtasche mit dir herum tragen. Zu den meisten Tassen bekommst du ein Säckchen oder ein anderes Behältnis zum Transport mit. Sie ist klein und handlich und du kannst sie auch schon, bevor deine Tage beginnen, einsetzen,  um einer blutigen Überraschung vorzubeugen.

6. Fassungsvermögen

Während der größte Tampon nur bis zu 18ml aufsaugen kann, kann eine Menstruationstasse bis zu 40ml fassen. Du musst also viel weniger wechseln und kannst sie bis zu 12 Stunden drin lassen, ohne dass du Angst vor dem Toxic Shock Syndrom haben musst.

7. Gesundheit

Ist dir eigentlich bewusst, wie austrocknend ein Tampon in deiner Vagina wirkt? Ein Tampon saugt nämlich nicht nur das Blut auf, sondern auch alles andere was da unten feucht ist und unbedingt auch feucht bleiben muss, damit deine Scheidenflora intakt bleibt. Es hat alles seinen Sinn, warum es funktioniert, wie es funktioniert und eine gesunde Scheidenflora ist wichtig, damit du weniger anfällig für Bakterien und Pilze bist. Viel mehr Frauen haben regelmäßig mit Scheidenpilz zu kämpfen, als sie zugeben wollen und oft liegt das einfach an den falschen Produkten, die sie verwenden. Eine Tasse saugt nichts auf, sondern fängt nur auf und lässt somit das gesunde Klima in deiner Vagina in Ruhe. Nebenbei bemerkt, ist so eine Tasse viel angenehmer von Tragegefühl her als ein Tampon, gerade wegen der nicht-austrocknenden Eigenschaften.

8. Entsorgung

Mir ist das letztens erst mal so richtig aufgefallen, dass ich eigentlich so gut wie keinen Müll mehr im Bad produziere. Der Badmülleimer bleibt leer. Dadurch dass man als einzige „Entsorgungshandlung“ nur das Blut in die Toilette gießen muss, wandert einfach nichts mehr in den Mülleimer und es können auch keine unangenehmen Gerüche mehr entstehen. Das hat auch den Vorteil, wenn man irgendwo zu Besuch ist und der Gastgeber keinen Badmülleimer hat, man nicht mehr händeringend nach einer Möglichkeit suchen muss, wie man möglichst unauffällig diverse benutzte Binden oder Tampons verschwinden lässt. Glaubt mir, dass ist mir schon viel öfters passiert, als mir lieb war. Es ist unglaublich wie viele Haushalte (gerade auch mit Frauen)es gibt, die keinen Mülleimer im Bad haben!

 


Habt ihr schon Erfahrungen mit Menstruationstassen gemacht? Und wenn ja welche? Schreibt mir in die Kommentare was ihr über sie denkt und was ihr gerne noch so über sie wissen wollt! 🙂

XOXO

Eure Menstruationsbeauftragte

<3

Tampons und Binden sind Luxusgüter. Bitte was?!

Wusstet ihr, dass Tampons und Binden mit 19% Mehrwertsteuer berechnet werden, Kaviar hingegen nur mit 7%? Warum? Weil Hygieneartikel in Deutschland als Luxusgüter gelten. Äh bitte was?! Es ist also Luxus, dass ich jeden Monat bluten muss???mehrwertsteuer

Jede Frau hat jeden Monat zwischen 3-7 Tage ihre Regelblutung. Das 12 mal im Jahr. Insgesamt ca. 444 mal in ihrem Leben. Eine Packung Tampons kosten zwischen 3-5€ durchschnittlich und reicht ungefähr für einen Monat (an dieser Stelle füge ich hinzu, dass jede Frau unterschiedlich lang und stark blutet und somit die Zahlen individuell sehr unterschiedlich sein können). Folglich muss eine Frau ca. 2000€ in ihrem Leben allein nur dafür ausgeben, weil sie jeden Monat blutet. Und jetzt erklärt mir mal bitte jemand aus der Politik und Wirtschaft, WARUM ZUR HÖLLE TAMPONS UND BINDEN LUXUSGÜTER SIND???

Klar, man kann schön das Leiden der Frauen ausschlachten. Die können ja nicht anders, die müssen halt. Voll praktisch. Hauptsache wir machen fett Kohle. Ist klar. Ganz ehrlich liebe Menschen, die ihr da oben sitzt und das entscheidet, schaltet bitte euer Hirn ein und ändert etwas daran. In Amerika hat es schließlich auch schon geklappt, warum also nicht hier.

Im Dezember 2015 hat das Französische Parlament die Steuer auf Tampons und Binden von 20% auf 5,5% gesenkt. Das ist der Mindestsatz in der EU. Laut der EU-Gesetzgebung dürfen Hygieneartikel nicht niedriger besteuert werden. Irland ist die einzige Ausnahme, weil die Steuerfreiheit auf diese Artikel schon vor den EU-Gesetzen eingeführt wurde. Der Sexismus sitzt also in Brüssel! Und trotzdem könnte Deutschland noch einiges tun. Laut welt.de sind wir auf Platz 2, was die Besteuerung angeht. Nur Schweden liegt höher mit 25%! In Kanada und Kenia z.B. werden gar keine Steuer erhoben.

Würde unsere Wirtschaft denn so krass einstürzen, wenn diese Besteuerung wegfällt? Und wenn es nur von 19% auf 5% ist? Warum müssen diese Produkte überhaupt besteuert werden? Wir suchen es uns nicht aus. Ich wiederhole, wir Frauen suchen es uns nicht aus, ob wir bluten oder nicht. Es ist wie atmen, es ist wie verdauen, es gehört zum Leben dazu.


Ein kleiner Nachtrag:
Es gibt inzwischen eine Petition zu genau dem Thema! Unterschreibt hier und setzt ein Statement! Zusammen können wir die Welt verändern!


Was denkt ihr über dieses Thema? Ist es euch vorher schon mal aufgefallen, wie ungerecht die Monatshygieneprodukte besteuert werden? Wärt ihr dabei, wenn ich eine Aktion ins Leben rufen würde, damit sich etwas in Deutschland ändert? Schreibt mir eure Meinungen und Gedanken in die Kommentare.

XOXO

Eure Menstruationsbeauftragte

<3

Eine Menstruationsbeauftragte? Was ist das denn?

Ist die bescheuert? Menstruationsbeauftragte? Was ist das denn? Will die echt über Menstruation schreiben? Bähhh! Wie eklig. Muss das echt sein? Darüber schreibt, geschweige denn, redet man doch nicht!

Du willst nicht über Menstruation reden? Dann bist du bei mir genau richtig! Denn ich bin der Meinung wir sollten darüber reden. JEDER! Männer UND Frauen. Männer MIT Frauen! Wozu diese Heimlichtuerei der Frauen? Wozu die Stigmatisierungen der menstruierenden Frauen? Wozu blaue Flüssigkeit in Binden-Werbungen? Wozu die Stimme senken, wenn man die beste Freundin nach einem Tampon fragen muss? Wozu der ganze Schwachsinn? Menstruation ist doch etwas ganz normales! Die Hälfte der Menschheit hat jeden Monat für ein paar Tage lang damit zu tun und das den Großteil ihres Lebens. Warum also nicht offen darüber reden und mit diversen Vorurteilen aufräumen?

Habt euch nicht so.

Das und noch viel mehr ist der Grund, warum ich diese Website & Blog in’s Leben gerufen habe. Ich bin der Meinung es muss sich etwas grundlegend in unserer Gesellschaft verändern, was das Thema Menstruation angeht! Warum ich das so sehe, wo die Missstände bei uns in Deutschland und in anderen Ländern liegen und wie wir diese ändern können, das alles will ich hier sammeln und mit der Welt teilen.

Welche Erfahrungen (egal ob Mann oder Frau) habt ihr denn bis jetzt mit dem Thema Menstruation gemacht? Wie unangenehm ist es euch, darüber zu reden? Denkt ihr so wie ich, dass dieses Thema noch immer zu sehr tabuisiert wird in unserer Gesellschaft? Schreibt mir eure Gedanken dazu in die Kommentare. Ich würde mich rießig über einen offenen Austausch mit euch freuen!

XOXO

Eure Menstruationsbeauftragte

<3