Tipps & Tricks zum Reinigen von Menstruationstassen

Wenn ihr schon immer wissen wolltet, was ein Schneebesen mit einer Menstruationstasse zu tun hat oder zumindest, welche Kniffe euch helfen, eure Tasse richtig zu reinigen und ihr ein langes Leben zu ermöglichen, dann seit ihr hier genau richtig!

Bevor du deine Menstruationstasse zum ersten Mal verwendest, ist es absolut wichtig, dass du sie vorher reinigst und desinfizierst!

Auch in der weiteren Verwendung solltest du sie auf jeden Fall zwischen jedem Zyklus gründlich auskochen und sauber und trocken lagern, damit sie dir lange erhalten bleibt und nicht zu einer Keimschleuder wird.

 


Zwischen deinen Tagen


Desinfektionsmittel

Zum Desinfizieren kannst du ganz klassisch Desinfektionsmittel nehmen, musst du aber nicht. Danach die Tasse noch mal mit klarem Wasser abspülen, um eine Reizung der Scheidenschleimhäute vorzubeugen.

Auskochen

topfDas Auskochen der Menstruationstasse ist das A und O für die Sterilisation dieser. Entweder ihr macht das in einem ganz normalen Kochtopf oder in einem speziellem Sterilisationsbecher in der Mikrowelle, der euch bei der Bestellung der Tasse mitgeliefert wurde (oder den man oft auch nachbestellen kann).

Wasser im Topf zum Kochen bringen, Tasse rein tun, Deckel drauf und 5-10 Minuten kochen lassen. Es ist nicht nötig sich einen extra Kochtopf nur dafür anzuschaffen. Weder die Tasse noch das Auskochen ist eklig und wird für immer euer Geschirr kontaminieren mit was auch immer ihr euch ausdenkt. Und allein schon, dass ihr die Tasse ja sterilisiert, indem ihr sie auskocht, ist doch Logik genug, dass alles sauber und hygienisch bleibt, auch im Topf.

Für die Mikrowelle die Tasse einfach in den dafür vorgesehenen Sterilisationisbecher legen, diese mit Wasser bedecken, Gefäß verschließen und sie für 2-3 Minuten bei 1000 Watt (oder je nach Anleitung) in die Mikrowelle stellen.

Oder die Tasse in eine „normale“ Tasse legen, sie mit Wasser bedecken und für 5 Minuten bei 800 Watt in die Mikrowelle stellen.

Es gibt auch die Möglichkeit, die Tasse in eine Schüssel zu legen, sie mit kochendem Wasser zu übergießen und mindestens für 3-5 Minuten stehen zu lassen.

Ihr könnt natürlich auch einen Dampfsterilisator verwenden, oder den Thermomix, insofern ihr einen habt.

Essig

essigGerade wenn ihr in Regionen lebt, in denen das Wasser sehr kalkhaltig ist, empfiehlt es sich, einen kleinen Schuss (Obst-)Essig mit ins Kochwasser zu geben, um eine Kalkablagerung zu vermeiden. Wichtig ist es, wirklich nur wenig Essig mit hinzuzugeben, damit das Material der Tasse nicht angegriffen wird.

Schneebesen

schneebesenWenn ihr eure Menstruationstasse in einem Topf auskocht, müsst ihr drauf achten, dass sie dabei nicht den Boden berührt und „anbrennt“. Um dem vorzubeugen, könnt ihr eure Tasse in einen Schneebesen klemmen, den ihr den Topf legt.

Reinigungsmittel

Wenn ihr unbedingt ein Reinigungsmittel verwenden wollt, dann nehmt nur ein ganz sanftes bzw. am besten ein, dass von den Menstruationstassenherstellern auch mit angeboten wird. Dann seid ihr auf der sicheren Seite, dass es weder euch, noch eurer Tasse schadet. Seifenreste immer gründlich entfernen! Aber eigentlich reicht das Auskochen völlig aus.

Sterilisationstabletten

miltonEinige Frauen verwenden Milton-Tabletten, um die Tasse zu reinigen und zu entfärben. Bei der Verwendung solcher Tabletten immer genau auf die Gebrauchsanweisung achten und lieber vorher noch mal googeln, ob sich die eigene Tasse mit den Tabletten verträgt, oder ihr im schlimmsten Fall danach eine neue kaufen müsst, weil die Tabletten die Tasse total zerfressen haben.

Spülmaschine

Lass es lieber! Die Reinigungsmittel in der Spülmaschine sind viel zu aggressiv und würden dir und deiner Tasse keinen Gefallen tun.

Verfärbung

Wenn sich deine Tasse mit der Zeit ein wenig verfärbt (was gerade bei den „weißen“ Tasse etwas völlig Normales und nichts Schlimmes oder Unhygienisches ist), dann kannst du sie einfach in etwas Essig oder Zitrone eingelegt in die Sonne legen, damit sie etwas ausbleicht, aber ganz ehrlich, wer sieht schon die Tasse, wenn du sie trägst? Eben. Es ist doch letztendlich total egal.

Wahlweise sollen auch Wasserstoffperoxid-Lösung 3% oder Reinigungstabletten von Milton funktionieren.

Löcherreinigung

Meistens werden die Löcher spätestens beim Auskochen sauber. Falls nicht, könnt ihr Wasser in die Tasse geben, mit einer Hand den Öffnung oben verschließen, die Tasse umdrehen und mit der anderen Hand die Tasse runterdrücken, so, dass das Wasser in der Tasse sich durch die Löcher drücken muss und diese damit sauber werden.

Du kannst auch Interdental-Bürstchen oder Zahnstocher verwenden. Einige Hersteller bieten auch extra Bürstchen für ihre Menstruationstassen zum Reinigen in ihren Shops an.

Aufbewahrung

beutelDie meisten Tassen werden in einem kleinen Stoffsäckchen geliefert, das dazu da ist, dass man die Menstruationstasse zwischen den Tagen darin lagern kann. Es empfiehlt sich dieses Säckchen zu verwenden, da es aus atmungsaktivem Material besteht und somit vorbeugt, dass sich Bakterien auf der Tasse sammeln, was in einem luftdichten Behälter passieren könnte.

 


Während deiner Tage


Hände

Vor dem Einsetzen und dem Entfernen solltest du immer deiner Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen, damit sie sauber sind, wenn du dann „untenrum“ rumhantierst.

Wasser

wasserEs reicht völlig aus, wenn du zwischen Ausleeren und Wiederseinsetzen der Tasse diese mit Wasser ab- und ausspülst. Am besten man verwendet kaltes Wasser, viele Frauen haben davon berichtet, dass die Tasse durch das kalte Wasser beim Einführen besser aufploppt, außerdem lässt sich mit kaltem Wasser das Blut besser entfernen und Verfärbungen damit vorbeugen. Manche raten danach noch mal mit heißem Wasser abzuspülen. Aber probiert einfach selbst aus, wie es für euch am besten funktioniert.

Wenn du kein Waschbecken für diese Prozedur zur Hand haben solltest, dann nimm dir am besten immer eine kleine Flasche mit Wasser mit, wenn du deine Tage hast, mit der du deine Tasse über der Kloschüssel kurz ausspülen kannst.

Reinigungstücher

tuecherManche Hersteller bieten auch extra Reinigungstücher für die Menstruationstassen an. Wenn man sich damit sicher fühlt, einfach mal auf die Herstellerseite gehen und schauen. Ich würde davon abraten andere Reinigungstücher zu verwenden, als die, die auch extra dafür konzipiert wurden, um Schleimhautreizungen bei einem selbst und Materialschäden an der Tasse zu vermeiden.

Klopapier

klopapierUnd wenn du gerade gar nichts anderes zur Hand haben solltest, dann tut es auch Klopapier. Einfach damit kurz die Tasse auswischen und dann wieder einführen. Ich weiß, im ersten Moment mag einem das unter Umständen eklig vorkommen oder gar unhygienisch, aber ganz ehrlich, das Blut, dass da an eurer Tasse klebt kommt aus euch heraus, also wird es auch nicht schlimm sein für euren Körper, wenn ein winzig kleiner Teil davon wieder reinkommt. Ihr wisst schon wie ich das meine. Ihr werdet nicht an eurer eigenen Körperflüssigkeit sterben.

Toilettenspülwasser

Das könnt ihr in der Not übrigens auch verwenden. Es kommt ja nichts anderes als Leitungswasser aus dem Spülkasten. Also auch kein Unterschied zum Wasserhahn.

Urin

spritzerJep, ihr habt richtig gelesen. Urin. Ihr könnt einfach über eure Tasse pinkeln, um sie zu reinigen, denn Urin ist steril.

Zweittasse

tasseWenn du dich mit all den Möglichkeiten zu unwohl fühlst, die ich bis jetzt aufgeführt habe, dann leg dir einfach eine zweite Tasse zu, die du zum Wechseln immer mit dabei hast. Je nachdem wie stark deine Blutungen sind und wie oft du dementsprechend wechseln musst, könnten zwei Tassen reichen, um über den Tag zu kommen. Aber das muss jede Frau für sich selbst herausfinden. Ich komme super mit einer Tasse klar.

 


Hat dieser Artikel euch geholfen? Habt ihr noch Tipps und Tricks, Fragen, Anregungen, Erfahrungsberichte, die ihr mir unbedingt mitteilen wollt? Dann schreibt mir in die Kommentare!


 

XOXO

Eure Menstruationsbeauftragte

<3

Wie wende ich eine Menstruationstasse an?

Die Anwendung einer Menstruationstasse kann am Anfang erst mal ziemlich gewöhnungsbedürftig sein, aber davon solltet ihr euch nicht abschrecken lassen! Es gibt Frauen, die sofort bei den ersten paar Anwendungen den Dreh raus haben und es gibt Frauen (was wohl die meisten sind, nehme ich an), die ein paar Zyklen brauchen, bis sie es raus haben. Das ist alles nicht weiter wild, zum einen ist jede Frau komplett anders gebaut und muss sich individuell mit sich auseinandersetzen und zum anderen sind wir mit unserer ersten Periode nicht gleich zu Tampon- und Bindenexpertinnen geworden sondern mussten erst mal über viele blutige Unterhosen gehen, ehe wir ein Gefühl für den ganzen Kram entwickelt haben.

Also macht euch nicht verrückt und gebt nicht zu schnell auf! Ihr werdet’s mir danken!

 


 Eine kleine Anleitung


1. Die Tasse einführen

Entspannen

Das Wichtigste am Anfang ist es, einmal tief durchzuatmen, sich zu entspannen und sich nicht so viele Sorgen zu machen. Ein entspannter Unterleib ist das beste, womit ihr starten könnt. Andere Frauen haben es auch hinbekommen, also wird das für euch auch kein Problem sein.

woman, breathe, relax

Entspannt sein hilft immer.

Hygiene

Und das andere Wichtigste am Anfang ist, sich unbedingt die Hände ordentlich mit Seife zu waschen. Wenn ich unterwegs bin, habe ich auch immer ein kleines Fläschchen Desinfektionsgel für den Notfall mit dabei.

Hände waschen, Waschbecken, Seife, Hygiene

Hände waschen ist ein Muss!

Falten

Die Tasse wird eigentlich nur gefaltet und genau wie ein Tampon in die Vagina eingeführt und nach ein bisschen Übung ist es tatsächlich genauso einfach, wie es klingt. Es gibt verschiedene Falt-Techniken, die gut funktionieren, mit der Zeit entwickelt jede Frau ihre eigene favorisierte Technik, mit der es für sie am besten klappt.

Falttechniken Menstruationstasse

Drei von vielen verschiedenen Falttechniken zum erleichterten Einführen der Menstruationstasse.

Da es am einfachsten ist, das ganze in einem Video veranschaulicht zu bekommen, habe ich euch mal eins rausgesucht. Es gibt noch mehr Möglichkeiten, wie ihr sie falten könnt, aber das hier sind mit die gängisten. Findet einfach eure eigene Variante.

 

Einführen

Um die Tasse einzuführen, könnt ihr euch entweder hinsetzen, hinhocken oder hinstellen, z.B. mit einem Bein auf dem Badewannenrand. Auch hier probiert einfach aus, was für euch am angenehmsten ist und ihr am wenigsten verkrampft.

Wenn ihr die Tasse dann eingeführt habt, ploppt sie meisten von alleine auf und erzeugt einen kleinen Unterdruck, der dafür sorgt, dass sie dicht ist und an ihrem Platz bleibt.

Um das Einführen zu Erleichtern, kann es hilfreich sein, die Tasse vorher anzufeuchten oder ein Gleitmittel zu verwenden.

Damit die Tasse leichter aufploppt, hilft es, sie vorher mit kalten Wasser auszuspülen.

Wenn Sie nicht von alleine aufploppt, dann fahrt mit dem Finger an ihren Seiten entlang, bis sie eine runde Form angenommen hat. Fühlt auch mit eurem Finger, ob die Tasse über dem Muttermund sitzt. Der Muttermund ist ein kleiner fester Knuppel am Ende eurer Vagina, der sich deutlich anders anfühlt als der Rest. Fühlt ruhig schon mal vor deiner Periode nach ihm, damit ihr ihn erkennen könnt und auch schon mal ein Gefühl dafür bekommt, wo er sitzt. Das ist nämlich wichtig. Oft macht die Vagina am oberen Ende einen kleinen Knick und der Muttermund führt von oben hinein. Ich dachte früher, am Ende des „Schlauches“ ist auf die „Öffnung“, aber das haut bei den meisten Frauen gar nicht so genau hin. Aus diesem Grund kann es vorkommen, dass man die Tasse aus versehen am Muttermund vorbeischiebt, der Muttermund also neben der Tasse liegt, und das Blut an ihr vorbeifließt. Es kann gut sein, dass ihr in den ersten Monaten etwas rumprobieren müsst, ehe ihr ein Gefühl und eine Routine für den ganzen Spaß gefunden habt. Keine Sorge, auch wenn die Tasse schon drin ist, ist immer noch genug Platz für dein Finger, seid nicht zu zurückhaltend, den Fehler habe ich am Anfang auch gemacht und bin inzwischen viel beherzter, wenn es darum geht, die Tasse richtig zu platzieren. Das funktioniert einfach am besten und man spart sich einige Toilettengänge, weil sie dann doch nicht richtig saß.

Muttermund, Vagina, Menstruationstasse Schema

Dies ist eine schematische Darstellung, wie die Menstruationstasse und der Muttermund ungefähr in der Vagina sitzten könnten. Das ist bei jeder Frau ganz unterschiedlich!

Dieses Video hat mir persönlich sehr gut geholfen, mir alles viel besser vorstellen zu können:

Ihr könnt dir Tasse bis zu 12 Stunden drin lassen. Im Vergleich zum Tampon gibt es bei der Tasse keine Gefahr für das Toxic Shock Syndrom.

Wenn ihr stärkere Tage habt, kann es natürlich sein, dass ihr sie öfters wechseln müsst. Dass die Tasse voll ist, spürt ihr. Man hat dann dieses dumpfe, nicht direkt beschreibbare Gefühl undicht zu sein. Als würde es ein bisschen blubbern da unten. Das kommt von den Luftbläschen, die entweichen, wenn die Tasse voll ist und sich der Unterdruck langsam löst. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber keine Sorge, die Tasse kommt deswegen nicht wie ein Torpedo aus deinem Unterleib geschossen und veranstaltet ein Blutbad um dich herum. Du wirst dann lediglich etwas undicht. Dieses „Es läuft da was hinunter“-Gefühl kennt ihr auch  wenn ihr Binden benutzt oder wenn euer Tampon zu voll gesogen ist. Lange Rede, kurzer Sinn, spätestens, wenn ihr in irgendeiner Art und Weise das Gefühlt habt, das könnte etwas nass da unten werden, geht aufs Klo und wechselt sie. Mit den Monaten bekommt ihr dann auch recht schnell ein Gefühl dafür, an welchem Tag eurer Regel, ihr wie stark blutet und dementsprechend wechseln müsst.

 

2. Die Tasse herausnehmen

Um die Tasse wieder zu entfernen, geht wieder in eine angenehme Position (Hocken, Sitzen, Stehen) und versucht mit zwei Fingern (am besten Zeige und Mittelfinger) den Bereich der Tasse oberhalb des Stils zu ertasten. Drückt die Tasse an der Stelle leicht zusammen, so dass der Unterdruck sich löst und zieht langsam und vorsichtig die Tasse an dem Stil aus eurer Vagina heraus. Für manche funktioniert es auch besser, wenn man gleich am Stil zieht, aber ganz vorsichtig erst mal und dabei versucht die Tasse in Etappen nach links und rechts zu drücken, so dass sich stückchenweise immer mehr der Unterdruck löst und sie irgendwann komplett draußen ist. Das Blut könnt ihr einfach in die Toilette gießen. Passt dabei gut auf, dass sie euch nicht aus der Hand fällt! Das ist mir auch schon zweimal passiert. 😀

 

3. Die Tasse reinigen

Wenn ihr ein Waschbecken im Bad habt, bietet es sich an, die Tasse dort auszuwaschen, am besten zuerst mit kaltem Wasser und dann mit warmen. Danach könnt ihr sie einfach wieder einsetzen.

Menstruationstasse im Waschbecken mit Blut

Du kannst deine Menstruationstasse ganz einfach im Waschebecken reinigen. Blut ist nichts Schlimmes!

Habt ihr kein Waschbecken in der Nähe, könnt ihr auch mit einer mitgebrachten Wasserflasche eure Tasse ausspülen oder sie einfach mit etwas Toilettenpapier auswischen. Klingt eklig, ist es aber nicht. Das, was da an eurer Tasse klebt ist euer Blut, etwas das aus euch herausgekommen ist, also nichts ekliges und somit auch nicht weiter wild, wenn ein klitzekleines Bisschen davon wieder mit der Tasse reinkommt.

Falls weder Waschbecken noch irgendeine Art von Wasser oder Papier oder was auch immer zur Hand sein sollte (z.B. in freier Natur, beim Campen oder wo auch immer) kann man auch einfach auf die Tasse draufpinkeln, um sie zu desinfizieren. Ja Urin desinfiziert und ist nichts ekliges. Ich weiß, die Vorstellnung ist äußert seltsam, aber glaubt mir, falls ihr mal entführt werdet und keinen Zugang zu sauberen Wasser habt, werdet ihr mir dankbar für diesen Tip sein.

 

Übrigens

Ihr könnt den Stil auch kürzen, bzw. ganz abschneiden, wenn er euch zu lang ist und unangenehm am Scheidenausgang reibt. Die Hersteller haben die Stile meistens etwas länger gemacht, als die meisten Frauen benötigen, damit jede Frau ihn individuell anpassen können.

 


Hinweis: Ich bin weder Ärztin noch ausgebildete Expertin auf dem Gebiet, also fragt im Zweifelsfall noch mal eure Frauenärztin. Alle hier veröffentlichte Infos sind unter Vorbehalt. Ich tue meine Bestes, meine Recherchen so umfangreich und professionell wie möglich zu gestalten, damit ich euch hochwertiges Wissen anbieten kann.

Ich freue mich über eure Erfahrungsberichte. Schreibt mir in die Kommentare, ob ihr es auch so macht, wie ich es hier beschrieben habe oder ob ihr noch Ergänzungen oder Kritiken habt zur Anwendung der Menstruationstasse. Ich bin stets bemüht, mein Wissen und die Vollständigkeit meines Blogs zu erweitern und für jede Mithilfe dankbar!


Für mehr Tipps und Tricks, Beratungen und Erfahrungsaustausch schaut mal in diese tolle Facebookgruppe rein. Eine schnell wachsende Community aus Tassenträgerinnen und solchen, die es werden wollen: FACEBOOKGRUPPE MENSTRUATIONSTASSE


Lasst uns die Welt zu einem bessern Ort machen und offen über alles reden!

XOXO

Eure Menstruationsbeauftragte

<3

Menstruationstasse Illustration

Was sind eigentlich diese Menstruationstassen und was können die überhaupt?

Hoch die Tassen Mädels! Lasst uns auf unsere Menstruation anstoßen! Etwas Neues ist dabei den Blutkosmos zu erobern!

Ihr habt bestimmt schon mal diese komischen Silikonbecher irgendwo gesehen oder jemand hat schon mal darüber erzählt, aber so wirklich klar ist euch nicht, was diese Menstruationstassen sind und wie man sie verwenden soll. Und überhaupt, Tampons und Binden haben’s bis jetzt auch getan.

Weil es einfach so viel über die kleinen Dinger zu erzählen gibt, werde ich eine Menstruationstassen-Serie auf meinem Blog starten und euch wöchentlich über alles aufklären, was es zu diesem Thema zu sagen und zu wissen gibt!

Zur Einstimmung gibt’s erst mal diese nette Video hier, dann reden wir weiter.

 

Was ist eine Menstruationstasse?

Eine Menstruationstasse ist ein kleiner biegsamer kelchförmiger  Becher, meist aus medizinischem Silikon gefertigt, der in die Vagina eingeführt wird, das Blut während der Periode dort auffängt, bis zu 12 Stunden drin bleiben kann, entleert und gereinigt wird und danach wieder eingesetzt werden kann. Das bis zu 10 Jahre lang.

Im Gegensatz zu Tampons saugen Menstruationstassen, das Blut und das wichtige Scheidensekret nicht auf und zerstören somit nicht jeden Monat auf’s Neue die Scheidenflora, stattdessen wird alles in dem kleinen Kelch gesammelt.

Das erste Patent für eine Menstruationstasse wurde schon 1937 von der Amerikanerin Leona Chalmers eingereicht, leider floppte diese Idee damals gewaltig. 1959 gab es noch mal einen Anlauf von „Tassete“, aber auch das ging nach hinten los. Seit ein paar Jahren und vor allem durch das Internet erlangt langsam die Menstruationstasse endlich den Ruhm, der ihr gebührt, obwohl ich festgestellt habe, dass immer noch sehr viele Frauen, mit denen ich mich unterhalten habe, noch nie was von ihr gehört haben.

Es gibt auch andere Bezeichnungen für die Menstruationstasse, z.B. Menstasse, Menstruationsglocke, Menstruationskappe, Menstruationsbecher, Menstruationscup, aber letztendlich ist immer das Gleiche gemeint. Manche verwenden auch die Markennamen der Hersteller, wie z.B. DivaCup, Mooncup, Lunette usw.  Am Ende ist das aber völlig egal, weil alle quasi gleich funktionieren.

Am Anfang, wenn man noch nicht viel über die Tassen weiß, ist es schwer vorstellbar, wie das alles funktionieren soll, vor allem bei dieser Größe, aber keine Sorge, es gibt zum einen unterschiedliche Größen, zum anderen überlegt mal, was für Dinge in welchen Größenordnung noch so da unten ein- und ausgehen können. 😉

Menstruationstassen, Illustration, Muster

Welche Vorteile haben Menstruationstassen?

 

1. Umwelt

Jede Frau verbraucht in ihrem Leben durchschnittlich 12.000 Menstruationsprodukte. Allein das ist schon viel, hinzu kommt aber noch, dass diverse Binden und Tampons noch extra verpackt sind, oft in Plastik, womit sich die Müllmenge gleich mal verdoppelt. Eine Menstruationstasse kann bis zu 10 Jahren halten. Also wenn man jetzt grob überschlägt, dass man z.B. mit 15 seine erste Regel bekommt und mit 55 in die Menopause kommt, bräuchte man für 50 Jahre Menstruieren 5 Tassen. 5 gegen 12.000 macht einen deutlichen Unterschied, oder?

2. Chemiefrei

Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, warum Binden und Tampons so strahlend weiß sind? Warum Slipeinlagen so gut riechen? Weil überall mit Chemie gearbeitet wird. Monat für Monat steckst du dir chemiverseuchtes Material in dein Allerheiligstes. Die Hersteller haben keine Pflicht zur Kennzeichnung von diversen Stoffen auf ihren Produkten. Sie können also tun und lassen was sie möchten und wir beschäftigen uns nicht damit. Menstruationstassen sind an der Stelle absolut clean. Die meisten sind aus medizinischem Silikon. Es gibt aber auch Varianten aus Latex und dem Kunststoff TPE. Sie enthalten weder Duftstoffe noch Bleichmittel. Außerdem bleiben nach dem Tragen keine Textilfussel in der Vagina zurück, wie es bei konventionellen Tampons leider oft der Fall ist.

3. Preis

Es wird grob gerechnet, dass eine Frau ca. 2000€ in ihrem Leben allein nur für Binden und Tampons ausgeben muss. Eine Tasse kostet in der Anschaffung zwischen 15€-30€. Auf 5 Tassen im Leben hochgerechnet also 75€-150€. Ich denke, mehr muss ich dazu nicht sagen.

4. Freiheit

Du kannst mit einer Menstruationstasse tun und lassen, was du willst. Du kannst Sport jeglicher Art machen, du kannst Schwimmen gehen, du kannst sonstwas tun und sie bleibt an ihrem Platz.

5. Praktisch

Außerdem kannst du sie immer in deiner Handtasche mit dir herum tragen. Zu den meisten Tassen bekommst du ein Säckchen oder ein anderes Behältnis zum Transport mit. Sie ist klein und handlich und du kannst sie auch schon, bevor deine Tage beginnen, einsetzen,  um einer blutigen Überraschung vorzubeugen.

6. Fassungsvermögen

Während der größte Tampon nur bis zu 18ml aufsaugen kann, kann eine Menstruationstasse bis zu 40ml fassen. Du musst also viel weniger wechseln und kannst sie bis zu 12 Stunden drin lassen, ohne dass du Angst vor dem Toxic Shock Syndrom haben musst.

7. Gesundheit

Ist dir eigentlich bewusst, wie austrocknend ein Tampon in deiner Vagina wirkt? Ein Tampon saugt nämlich nicht nur das Blut auf, sondern auch alles andere was da unten feucht ist und unbedingt auch feucht bleiben muss, damit deine Scheidenflora intakt bleibt. Es hat alles seinen Sinn, warum es funktioniert, wie es funktioniert und eine gesunde Scheidenflora ist wichtig, damit du weniger anfällig für Bakterien und Pilze bist. Viel mehr Frauen haben regelmäßig mit Scheidenpilz zu kämpfen, als sie zugeben wollen und oft liegt das einfach an den falschen Produkten, die sie verwenden. Eine Tasse saugt nichts auf, sondern fängt nur auf und lässt somit das gesunde Klima in deiner Vagina in Ruhe. Nebenbei bemerkt, ist so eine Tasse viel angenehmer von Tragegefühl her als ein Tampon, gerade wegen der nicht-austrocknenden Eigenschaften.

8. Entsorgung

Mir ist das letztens erst mal so richtig aufgefallen, dass ich eigentlich so gut wie keinen Müll mehr im Bad produziere. Der Badmülleimer bleibt leer. Dadurch dass man als einzige „Entsorgungshandlung“ nur das Blut in die Toilette gießen muss, wandert einfach nichts mehr in den Mülleimer und es können auch keine unangenehmen Gerüche mehr entstehen. Das hat auch den Vorteil, wenn man irgendwo zu Besuch ist und der Gastgeber keinen Badmülleimer hat, man nicht mehr händeringend nach einer Möglichkeit suchen muss, wie man möglichst unauffällig diverse benutzte Binden oder Tampons verschwinden lässt. Glaubt mir, dass ist mir schon viel öfters passiert, als mir lieb war. Es ist unglaublich wie viele Haushalte (gerade auch mit Frauen)es gibt, die keinen Mülleimer im Bad haben!

 


Habt ihr schon Erfahrungen mit Menstruationstassen gemacht? Und wenn ja welche? Schreibt mir in die Kommentare was ihr über sie denkt und was ihr gerne noch so über sie wissen wollt! 🙂

XOXO

Eure Menstruationsbeauftragte

<3